Meine Katzenzucht


2020

 

Wir befinden uns plötzlich im Jahr 2020 und es haben sich bei uns doch einige Veränderungen ergeben. Leider wurde Fridolin unverträglich mit seinen Artgenossen und deshalb habe ich ihn sehr schweren Herzens kastrieren lassen. Seitdem ist er wieder der friedliche, sanfte, schmusige Kater wie vorher. Er hält sich am liebsten in Alfis Nähe auf.

Als Ersatz für Fridolin ist im November 2019 DK Fjellunöjes Dior Fahrenheit bei uns eingezogen, ein zauberhafter junger Kater, der ziemlich schnell wächst, immer hungrig ist und sehr schmusig ist. Außerdem ist Matze vom Petersburger Weg bei mir geblieben. Die drei Kater verstehen sich super.

Leider hat Moni (Rosy von Deekelsen) "Starallüren" entwickelt und hat Jona den Rang streitig gemacht. Moni ist jetzt Herrscherin des Rudels und sie verprügelt Jona ziemlich oft. Bei Jona führt das zu Gewichtsverlust und Dauerflucht, weswegen ich schweren Herzens entschieden habe, mich von ihr zu trennen. Sie wird kastriert und zieht zu einer Freundin in eine ruhigere Umgebung.

 

Ich bin relativ plötzlich „auf die Katze gekommen“.

 

Ich hatte in meiner Vergangenheit immer Katzen, war dann jedoch zwanzig Jahre lang mit einem gegen Katzen allergischen Mann verheiratet und somit ohne Tiere.

Das änderte sich, als er im Januar 2016 verstarb und ich mich ziemlich kurz darauf in meinen jetzigen Mann verliebte.

Wir schafften uns Hühner, Puten und Enten an und irgendwann kam ich auf die Idee, mir Katzen anzuschaffen. Meine Freundin hatte sich ein Jahr zuvor zwei Norwegische Waldkatzen angeschafft, wodurch ich diese Rasse kennenlernte.

Wie es meine Art ist, setzte ich mich mit dem Thema Katzen auseinander. Ich lernte, dass die angeblichen Rassekatzen, die man ohne Papiere angeboten bekommt, gar keine Rassekatzen sind und dass es unseriös ist, solche Katzen zu vermehren.

Also beschäftigte ich mich damit, wie eine seriöse Katzenzucht aussehen soll.

Ich überlegte mir, zwei Katzen anzuschaffen und erst einmal abzuwarten, ob ich überhaupt Züchterin werden möchte.

Am 15.12.2017 zog mein Kater Alfi bei mir ein.

Bei mir heißt: Ich wohne in einem Halbhaus mit Keller und Wintergarten. Mein Mann, meine Tochter und die vier Enkelkinder wohnen im Haus auf der anderen Straßenseite. Die Katzen kennen also ziemlich viele Menschen, wohnen jedoch bei mir und sind alle sehr auf mich bezogen. Sie dürfen in alle Räume und genießen das auch. Im Keller halten sie mich zur Ordnung an. Wenn sich dort Pappkartons stapeln, werden die markiert…

Alfi war sechs Monate alt und ein sehr hübscher Kerl, silber-rot-wediß-tabby classic. Leider war er sehr verhaltensgestört. Er hielt sich die ersten Wochen nur hinter dem Sofa auf und setzte seine ersten Häufchen auf meinem Sofa ab. Er hatte Angst. Ich rief seine Züchter an, fragte um Rat, die konnten sich sein Verhalten auch nicht erklären. Also übte ich mich in Geduld und setzte auf ein zweites Kätzchen.

Am 25.01.2018 durfte ich endlich meine kleine Katze abholen, Rosy von Deekelsen, genannt Moni. Sie ist bicolour, blue-tabby classic. Sie war von Anfang an genau so, wie ich mir es gewünscht hatte. Anhänglich, einfühlsam, mit einem ganz eigenen Kopf, sehr neugierig und verspielt.

Mit Moni zog auch bei Alfi etwas Normalität ein, er ließ sich jedoch immer noch nicht von mir anfassen. Dafür verliebte er sich in meine Mieterin, die mit zwei Hauskatzen bei mir lebte.

Alfi entwickelte jetzt auch noch ein Ringelschwänzchen. Ich war ja noch am überlegen, ob ich mit ihm züchten wollte.

Ich rief erneut die Züchter an, die konnten sich nicht vorstellen, dass Alfi ein Ringelschwänzchen entwickelte. Der Kater ließ sich immer noch nicht von mir streicheln.

Mit meiner kleinen Moni kam er allerdings prima zurecht, die beiden waren sehr lieb miteinander und tobten und spielten auch. Dann kam allerdings Alfi offenbar in die Pubertät und bestieg Moni. An diesem Punkt entschied ich mich gegen die Zucht mit Alfi. Ich meldete ihn zur Kastration an. Es war tatsächlich meine Mieterin, die es schaffte, ihn in das Transportkörbchen zu setzen und die mitkam.

Nach der Kastration wurde Alfi zutraulicher zu mir und ich durfte ihn manchmal streicheln. Dann geschah ein erneutes Drama in seinem Leben. Die Mieterin zog aus. Jetzt fing mein trauernder Alfi an, sich die Haare auszureißen. Wo immer er sich aufhielt, hinterließ er einen Berg roter Haare. Und er setzte seinen Kot wieder neben die Klos ab. Er war zum Halbnacktkater geworden.

Die ganze Zeit über war ich sehr lieb mit ihm, redete viel mit ihm und ließ ihm Zeit. Mittlerweile hat er volles Vertrauen in mich und ist wunderbar schmusig geworden. Und ein Scherzkeks. Mit vollem roten Fell, wobei er immer noch mal seinen Schwanz von Haaren befreit.

Als ich den Entschluss gefasst hatte, ihn kastrieren zu lassen, hatte ich mich mit der Genetik und den Farben der Norweger Waldkatzen ziemlich intensiv beschäftigt und mich in die Farbe amber verliebt.

Ich guckte mich also um und durfte am 19.5.2018 meinen Kater Schorsch-Fridolin von den Ohrewiesen abholen, genannt Fridolin in amber tabby classic. Ein wunderbarer, zurückhaltender, aber nicht ängstlicher, netter Kater mit dem Hang, sich ganz kreative Stellen zum Markieren auszudenken.

In der folgenden Zeit mit den drei Katzen, die ein tolles Team wurden, genoss ich die Zeit mit ihnen und bildete mich weiter in Sachen Katzenzucht.

Ich besuchte ein Genetikseminar und konnte den Pawpeds Kurs Nr. 1 erfolgreich absolvieren.

Das brachte mich auf die Idee, auch die Farbe rot in meiner Zucht haben zu wollen. Am 21.11.2018 konnte ich von meiner Mentorin Jona von Deekelsen bekommen, eine dreifarbige Katze bicolour schildpatt mackerel. Diese Katze ist ziemlich vorwitzig, fordert immer für die anderen gleich mit das Essen ein und liebt es, völlig selbstverständlich auf meinem Esstisch herumzuliegen.

Am 11.12.2018 wurde Jona rollig. Es war ein herzzerreißendes Schauspiel, Fridolin war ja noch nicht einmal ein Jahr alt und wusste gar nicht so recht, was er tun sollte. Am Ende hat er sie gedeckt, es ist der Valentinswurf dabei herausgekommen.

Kurze Zeit später wurde auch Moni rollig, aber mit ihr und Fridolin hat es nicht auf Anhieb geklappt.

Am Valentinstag erblickten sechs süße Kitten das Licht der Welt und die Großen schlichen erst einmal um die Wurfkiste herum.

 

Moni war super neidisch auf Jona und legte sich gleich mit in die Wurfkiste. Ungefähr nach einer Woche vermisste ich sowohl Moni als auch ein Kitten. Da hatte sie sich ein Baby geklaut und unter einen Schrank geschleppt! Jetzt, wo sie neun Wochen alt sind, muss ich mich an den Gedanken gewöhnen, welche von ihnen abgeben zu müssen. Das fällt mir ziemlich schwer. Bis dahin beobachte ich das fröhliche Treiben. Die großen Katzen werden wieder klein und kämpfen und toben mit.